Vereinsgeschichte – Eine satirische Chronik

Verein Frauenwohnen e.V. München, über den Verein und dessen Geschichte

Auf dem Jubiläumsfest “20 Jahre Verein FrauenWohnen” am 25.Juli 2015 gab die Kabarettistin Gisela Marx als Prof. Dr. Eckhardt Klüger einen wunderbaren Überblick über die  Vereinsgeschichte (PDF) zum Besten. Hier ein kleiner Auszug:

Sehr verehrte Damen,
mein Name ist Dr. Eckhart Klüger, ich bin Professor für Management of Human Systems, am Lehrstuhl für Vereinsfunktionalität. Mein heutiger Vortrag hat das Thema „Werdegang des Vereins FrauenWohnen e.V.“ als dysfunktionales Beispiel.

1. Atypischer Vereinszweck „Hausbesitz in Frauenhand“
Schon in der Steinzeit war die Frau, wie wir wissen, für Höhle, Haus und Wohnen zuständig. Pflege und Einrichten, das können sie, das muss man ihnen lassen, da lass ich meiner Frau auch immer ganz freie Hand. Ich bin janicht dagegen, dass Frauen ein Haus erben oder kaufen können, Gott bewahre, die sollen schon, die haben ja auch was draufheutzutage, nein, da ich bin ganz auf der Seite des schönen Geschlechts. Aber muss es denn gleich Grundbesitz sein und dann auch noch selbst gebaut nach den Bedürfnissen von Frauenund gleich in der teuren Großstadt München. Heute München, morgen Paris, übermorgen wahrscheinlich London in Frauenhand. Ja, geht‘s noch?
Mit Recht sagt mein Kollege von der CSU Fraktion: Brauchen wir sowas? Da habenzwei Frauen Anfang der 90er Jahre diese größenwahnsinnige Idee, finden ein paar Gleichgesinnte, und gründen 1995 einen Verein. Verein gründen allein ist noch nicht atypisch, Frauenvereine gibt es seit über 100 Jahren, die kümmern sich um Waisen, Behinderte, gefallene Mädchen, Kinderbetreuung, sowas halt. Atypisch ist das Ziel,und dass sie als erstes Anschubfinanzierung beantragen. „Mit dieser Anfrage brauch‘ ich unseren Männern von der Fraktion gar nicht kommen.“ „Wenn Frauen was machen, brauchen sie immer gleich Geld.“ Sagt mein Kollege im Stadtrat. Meine ich auch, sollen erst mal zeigen, was sie können. Zwei von den Gründerinnen waren ja Architekten, wenigstens das. Wie gesagt, ich habe Respekt vor Frauen, die in ihrem Beruf etwas leisten, da bin ich fast Feminist. Aber das genügte ihnen nicht,den Emanzen. Träume wahrmachen musste es sein, und alles mit 45 plus, wo das Leben für die Frau eigentlich vorbei ist, wissen sie nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen. Die Voraussetzungen, wenn Sie mir das mal erlauben zu sagen, waren denkbar schlecht. Sie haben so gut wie kein Kapital, keine politischeund wirtschaftliche Vernetzung. Kapitalbeschaffung? Nie vorher gemacht, keine Baufirma im Rücken. Es gab kein Büro, nur PC im Regal!  Alles wurde frauentypisch privat erledigt, und als sie dann endlich einen winzigenRaum gefunden hatten, wurde natürlich selbst renoviert, altes Faxgerät, PC, geschenkt und dann groß Büroeinweihung mit Fest. Ja, sowas können sie wieder, die Frauen, sich mit wenig Geld alles schön machen. Nur ehrenamtliche Begeisterung von mehreren Frauen, sowas hält höchstens zwei Jahre, dann verstreiten sie sich und Ende. Das ist wissenschaftlich mit hunderten von Beispielen belegt. Je höher die Ansprüche, desto schneller ist die Initiative kaputt, das ist die Regel. Die unrealistischen Ansprüche sind schon allein in der Vereinssatzung bewiesen. Man höre nur: Das Grundrecht „Wohnen“für Frauen sichern, Wohnraumversorgung für Frauen jeden Alters in München, nachbarschaftliche Hilfe entwickeln, Vernetzung unterschiedlicher Lebensformen von Frauen, Schutz von Wohnraum für Frauen vor den üblichen Verwertungsmechanismen des Wohnungsmarktes, ökologische Bauweise, erneuerbare Energien, usw. Bauprojekte stemmen mit einem Verein mit 16 Mitgliedern? Wie stellen Sie sich das vor, meine Damen?

Lust weiterzulesen? Hier ist die  Vereinsgeschichte – eine satirische Chronik  als PDF

Hinweis: Dieses Kabarett erhebt nicht den Anspruch, dass alle Ereignisse genau so passiert sind, oder dass sie überhaupt stattfanden.